PMCC Positionsaufbau

Poor Man's Covered Call: Die kapitalschonende Options-Strategie

Was ist ein Poor Man's Covered Call?

Der Poor Man's Covered Call, kurz PMCC, ist eine Optionsstrategie, die die Grundidee des klassischen Covered Call übernimmt, dabei aber deutlich weniger Kapital benötigt. Statt 100 Aktien eines Unternehmens zu kaufen, ersetzt du diese Aktienposition durch eine langlaufende Call-Option - meist einen sogenannten LEAP (Long-term Equity Anticipation Security) mit einer Restlaufzeit von einem bis zwei Jahren und einem tief im Geld liegenden Basispreis.

Auf diese LEAP-Option verkaufst du anschließend regelmäßig kurzlaufende Call-Optionen - genau wie beim klassischen Covered Call. Die Prämien aus diesen verkauften Calls generieren laufende Einnahmen, während die LEAP-Option deine Position "absichert" und von einem steigenden Kurs des Basiswerts profitiert.

Warum "Poor Man's"?

Der Name kommt daher, dass die Strategie deutlich weniger Kapital bindet als ein klassischer Covered Call. Für 100 Aktien eines teuren Unternehmens können schnell mehrere Zehntausend Euro nötig sein. Eine LEAP-Option mit vergleichbarem Kurspotenzial kostet oft nur einen Bruchteil davon, da du lediglich für den Zeitwert und den inneren Wert der Option zahlst, nicht für den vollen Aktienwert. Dadurch wird die Strategie auch für Anleger mit kleinerem Kapital zugänglich.

Wie funktioniert der PMCC in der Praxis?

Ein vereinfachtes Beispiel

Angenommen, eine Aktie notiert bei 100 Euro. Statt 100 Aktien für 10.000 Euro zu kaufen, erwirbst du eine LEAP-Call-Option mit einem Basispreis von 70 Euro und einer Laufzeit von 18 Monaten. Diese Option kostet deutlich weniger als die Aktienposition, bewegt sich aber bei steigendem Aktienkurs nahezu im gleichen Verhältnis mit.

Auf diese LEAP-Position verkaufst du nun monatlich eine kurzlaufende Call-Option mit einem Basispreis oberhalb des aktuellen Kurses, zum Beispiel bei 105 Euro. Die dafür erhaltene Prämie reduziert deine Kosten und sorgt für laufende Einnahmen - unabhängig davon, ob sich der Aktienkurs kurzfristig seitwärts, leicht auf- oder leicht abwärts bewegt.

PMCC Gewinn & Verlust Diagramm

1. LEAP-Option auswählen

Wähle eine Call-Option mit langer Restlaufzeit und einem Delta von etwa 0,7 bis 0,8 - das bedeutet, sie bewegt sich näherungsweise wie die zugrunde liegende Aktie, kostet aber deutlich weniger.

2. Kurzlaufende Calls verkaufen

Verkaufe regelmäßig - häufig monatlich - Call-Optionen mit kürzerer Laufzeit und einem Basispreis oberhalb des aktuellen Kurses, um Prämieneinnahmen zu erzielen.

3. Rollen bei Bedarf

Nähert sich der Aktienkurs dem Basispreis der verkauften Option, kannst du diese "rollen" - also schließen und eine neue Option mit höherem Basispreis oder späterer Laufzeit verkaufen, um eine vorzeitige Ausübung zu vermeiden.

4. Zeitwertverlust im Blick behalten

Die LEAP-Option verliert mit der Zeit an Wert (Theta). Dieser Effekt ist bei langen Laufzeiten anfangs gering, beschleunigt sich aber gegen Laufzeitende - ein rechtzeitiger Roll oder Ausstieg ist wichtig.

5. Risiken kennen

Anders als beim klassischen Covered Call besitzt du keine echten Aktien - dein Verlustrisiko ist zwar auf den Optionspreis begrenzt, kann bei einem starken Kursrückgang aber dennoch einen Totalverlust der LEAP-Position bedeuten.

Fazit: PMCC als kapitaleffiziente Alternative

Der Poor Man's Covered Call ermöglicht es, die Vorteile des klassischen Covered Call - regelmäßige Prämieneinnahmen - mit deutlich weniger Kapitaleinsatz zu nutzen. Wer die Mechanik von LEAPS und das Rollen von Optionen versteht, kann diese Strategie gezielt in sein Portfolio integrieren.

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